Darmstadt, März 2011 – Mit nahezu 100 Teilnehmern feierte das fünfte Schiffbach Fachforum der PROSTEP AG, das in diesem Jahr auf der Cap San Diego im Hamburger Hafen stattfand, einen neuen Besucherrekord. Fast reichten die Frachträume des größten, seetüchtigen Museums-Frachtschiffs der Welt nicht aus, um die Vertreter von Werften, Offshore-Unternehmen, Zulieferbetrieben, Ingenieurbüros und Klassifikationsgesellschaften aufzunehmen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen die Herausforderungen für die maritime Zulieferindustrie Deutschlands, die weltweit eine führende Rolle bei der Einrichtung und Ausrüstung von Schiffen und Offshore-Anlagen spielt. Ein Industriesektor mit ca. 400 Unternehmen und 72.000 Beschäftigten, der im Jahr 2009 knapp 12 Milliarden Umsatz erwirtschaftete und trotz eines Umsatzrückgangs von 7,7 Prozent seine Führungsposition als weltweit größter Exporteur vor Japan, Korea und China behaupten konnte.
Diese Zahlen präsentierte Hauke Schlegel, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie des VDMA, in seinem Eröffnungsvortrag über die aktuellen Perspektiven und Strategien der Branche. Die maritimen Zulieferer hätten die Krise gut abgefedert, müssten sich aber trotz wachsender Auftragseingänge auch 2011/12 noch auf eine schmerzhafte Durststrecke einstellen, prognostizierte Schlegel. Angesichts fehlender Neubauaufträge im traditionellen Schiffbau und des zunehmenden Wettbewerbs aus China und anderen asiatischen Ländern empfiehlt der VDMA die Erschließung neuer Märkte in der Offshore-Industrie, insbesondere der Öl- und Gasproduktion, in Tiefseebergbau, den erneuerbaren Meeresenergien und der schwimmenden Infrastruktur. Interessante Wachstumsmärkte sind laut Schlegel außerdem die umweltfreundliche Schiffstechnik bzw. alternative Antriebssysteme, aber auch Sicherheitssysteme und Nachrüstungen.
Neben der Ausrichtung auf neue Märkte und umweltfreundliche Technologien ist die Ausdehnung der globalen Zusammenarbeit durch die zunehmende Verlagerung von Entwicklung und Fertigung ein weiterer Trend, mit dem sich die Unternehmen in der Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie auseinander setzen müssen, wie Dr. Matthias Grau von der PROSTEP AG zum Auftakt der Veranstaltung sagte. Dem trug die Agenda des diesjährigen Fachforums mit einer ganzen Reihe von Vorträgen über die verteilte Produktentwicklung, über sichere Prozesse und gesicherten Datenaustausch sowie den Schutz des intellektuellen Know-hows Rechnung. Unter anderem erläuterten Michael Hetzenecker und Antoine de Valon der Airbus Operations GmbH, welche Herausforderungen sich auf dem Gebiet des Know-how-Schutzes dadurch ergeben, dass der Flugzeughersteller jetzt in China seine erste außereuropäische Final Assembly Line unterhält.
Die verteilte Produktentwicklung stellt hohe Anforderungen an das Rechte-Management in den PDM-Systemen, um sicherzustellen, dass die richtigen Daten in den richtigen Formaten in die richtigen Hände gelangen. Wichtiger als neue Software-Werkzeuge seien aber organisatorische Maßnahmen, um das Bewusstsein der Mitarbeiter für die schützenswerten Informationen zu schärfen, wie Dr. Emanuel Slaby von der Hella KGaA Hueck & Co. in seinem brillanten Vortrag betonte. Der Automobilzulieferer für Lichttechnik, der eine Schiffbau-Tochter unterhält, hat ein beispielhaftes Konzept für den Know-how-Schutz implementiert, das unter anderem eine gezielte Verschleierung von schützenswerten Details in den CAD-Modellen und eine Trennung von CAD- und KBE-Anwendungen (Knowledge Based Engineering) vorsieht.
Vertreter der PROSTEP AG präsentierten in Hamburg verschiedene Lösungen und Dienstleistungen aus ihrem Produktportfolio, die die Datenkommunikation in global verteilten Entwicklungsprozessen effizienter und sicherer machen. Auf großes Interesse stieß bei den Zuhörern der Vortrag über die 3D PDF-Technologie, die bei der Blohm & Voss Naval GmbH in einem Forschungsprojekt genutzt wird, um 3D-Modelle des Rumpfes zusammen mit PDM-Metadaten für die zeichnungslose Fertigungsdokumentation aufzubereiten. PROSTEP hat kürzlich den neuen PROSTEP PDF Generator 3D vorgestellt, mit dem sich dieser Prozess automatisieren lässt. Dr. Karsten Theiss von der PROSTEP AG präsentierte außerdem eine neue Lösung, mit der sich Änderungsprozesse automatisieren lassen. Die OpenPDM Link Engine ermöglicht es, Anforderungen, Produktstruktur, Materialien und andere Objekte systemübergreifend zu verlinken und so die Abhängigkeiten besser transparent zu.
Aufgrund des Erfolgs der diesjährigen Veranstaltung wird PROSTEP auch im nächsten Jahr wieder ein Schiffbau-Fachforum veranstalten. Veranstaltungsort und genauer Termin werden noch bekannt gegeben.
Zum Unternehmen PROSTEP AG
Die PROSTEP AG ist einer der anerkannten PLM-Integrationsspezialisten im Bereich Produktdatenintegration. Kunden aus Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie sowie Schiff- und Maschinenbau – wie z. B. EADS/AIRBUS, BMW, Volkswagen, Daimler – bietet das Unternehmen die Integration von CAD, PDM und Supplier Communication an, um e Engineering Realität werden zu lassen.
Die PROSTEP-Gruppe beschäftigt zurzeit mehr als 280 Mitarbeiter in Deutschland, Frankreich und den USA. Neben dem Unternehmenssitz in Darmstadt unterhält PROSTEP Niederlassungen in Berlin, Bexbach, Hamburg, Hannover, Koblenz, Köln, München, Stuttgart und Wolfsburg, sowie in Lyon und Toulouse (Frankreich) und in Troy, Michigan (USA).