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PDM – Wie profitiert der Mittelstand?

Unternehmen sollten auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten das Ruder fest im Griff halten. Wunschdenken oder Realität? Sicherlich ist nicht jedes Unternehmen gleichermaßen von den Auswirkungen betroffen, da kein Unternehmen dem anderen gleicht. Daher ist es aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung und Strukturen sehr schwer, allgemeingültige Aussagen darüber zu treffen, wie sich Erfolg unabhängig von Krisen auf lange Sicht wahren lässt. Die Optimierung von Prozessen mittels PDM spielt dabei eine wichtige Rolle. Aber gerade dieser Lösungsweg wird laut einer aktuellen Studie von Unternehmen noch zu wenig in Betracht gezogen.

Einer aktuellen Umfrage „Strategien in der Krise“ der Managementberatung Kienbaum zufolge, sind viele deutsche Unternehmen nicht auf die Krise vorbereitet. Befragt wurden 400 deutsche Unternehmen aller Branchen und Größen. Die meisten Unternehmen setzen zur Lösung auf kurzfristige Instrumente wie Abbau von Überstunden, Einstellungsstopps und Kurzarbeit. Langfristige Ansätze wie Prozessoptimierung oder Kapazitäts- und Volumenmaßnahmen würden laut eines Mitarbeiters der Studie vernachlässigt, obwohl diese deutliche Ergebnisstabilisierungen erreichen könnten.

Diese Tatsache ist vor allem im Mittelstand erkennbar. Schnelle Ergebnisse zu überschaubaren Kosten haben hier Vorrang vor strategischen Unternehmenskonzepten. Doch auch Aufgaben wie die Prozessoptimierung sind mit Hilfe flexibler IT-Lösungen kurzfristig realisierbar. Die Rede ist von Systemen für das Produktdatenmanagement kurz PDM. Sie liefern Konstrukteuren und Ingenieuren verlässliche Daten und Werkzeuge und schaffen gleichzeitig die nötige Transparenz über die Unternehmensgrenzen hinaus.


Woran liegt also die schleppende Umsetzung? Einerseits erkennen Unternehmen die Probleme im Entwicklungsprozess, bringen diese aber nicht in Zusammenhang mit einer PDM-Lösung. Anderseits fehlt schlichtweg die Zeit, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Während große Unternehmen eigene Teams gründen, die sich mit PDM befassen, kämpfen mittelständische Unternehmer an verschiedenen Fronten und haben keine freien Ressourcen. Ein weiterer Punkt ist die Flut an Informationen hinsichtlich Technologien, die vorgeben, Firmen aus der Misere zu führen. Mangelnde Kenntnisse zur englischen Terminologie tragen das ihre dazu bei. Zudem setzen viele PDM mit PLM gleich und vertauschen die Inhalte. Zur Unsicherheit vieler Unternehmen trägt sicher auch die Kreativität der Branche bei, die mit immer wieder neuen Abkürzungen mehr Verwirrung stiftet, anstatt Klarheit zu schaffen.

PLM ist eine Strategie, um Informationen über Produkte und deren Entstehungsprozesse entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu verwalten und verfügbar zu halten. Die nötigen Daten kommen unter anderem aus CAx- und PDM- sowie aus ERP- oder MRP-Systemen. Eine zentrale Position hat hierbei das Produktdatenmanagement inne, denn durch die CAD-Entwicklungsdaten wird PLM erst möglich. Anstatt gleich von Beginn an auf ein Unternehmenskonzept wie PLM zu setzen, sind PDM-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen die erste Wahl. Im Kern enthält ein PDM-System 12 Funktionen, die im Überblick dargestellt werden:

Datenabhängigkeiten verwalten

3D-CAD-Systeme erzeugen naturgemäß eine größere Menge komplexer Daten, die Abhängigkeiten mit anderen Dateien wie Zeichnungen, CNC-Daten oder Stücklisten enthalten. Der Versuch, diese durch die Umbenennung von Dateien oder klassische Datei-/Ordner-Verwaltungstechniken zu steuern, ist meist der erste Schritt, den Überblick zu verlieren. Zusätzlich zum Fehlerrisiko durch das Überschreiben von Dateien, verlorengegangene Dateiabhängigkeiten oder mangelhafte Revisionskontrollen benötigen manuelle Techniken zusätzliche Zeit und erschweren die Wiederverwendung von Konstruktionen und ihren Daten.


Norm- und kundenspezifische Teile unterscheiden

Konstrukteure verwenden in ihren Modellen neben kundenspezifischen Teilen, die einzigartig sind und zusätzlicher Bearbeitung bedürfen, meist auch eine Reihe an Norm und Werksnormteilen. Mittels PDM-System können Artikelnummern einfacher und ohne viel manuelle Arbeit zur Unterscheidung zwischen diesen Teiledaten eingesetzt werden, die dazu dienen, die Nutzung kosteneffizienterer Standardteile zu maximieren. Dies kann auch im Mittelstand einige Einsparnisse in der Materialwirtschaft bewirken.

Verschiedene Arten von Konstruktionsdaten verwalten

Heutige Konstruktionsdaten enthalten eine Vielzahl an Dateiformaten wie etwa 2D- und 3D-CAD sowie neutrale Formate wie IGES, STEP oder DXF/DWG. Mit dem Beginn der Entwicklungsarbeit werden zusätzliche Datentypen erzeugt, einschließlich der Ergebnisse der Finite Element Analyse (FEA) oder der Rapid Prototyping-Dateien. Zusätzliche Dokumentationen können als Word-, Excel- oder PDF-Datei vorliegen. Mit einem PDM-System lässt sich jeder mit einem bestimmten Projekt verbundene Datentyp verwalten, egal ob dieser mittels CAD generiert wurde oder nicht.

Konstruktionsdaten wiederverwenden und anpassen

Die Wiederverwendung und Anpassung bestehender Konstruktionen ist im Vergleich zu einer Neukonstruktion effizienter. Mittels PDM-System können Anwender bereits existierende Konstruktionen, die dem aktuellen Projekt ähnlich sind, schneller finden und für den neuen Auftrag anpassen. Dies spart Zeit und beschleunigt die Kalkulation und Angebotserstellung. Zudem fördern PDM-Systeme innovatives Arbeiten, da sie das Durchspielen von Was-Wenn-Szenarien erlauben und dabei die Rückkehr zu vorigen Versionen sicherstellen, falls sich eine Idee als unpassend erweist.

Änderungsaufträge (ECOs) und Konstruktionsänderungen verwalten

Eine der potentiell fehlerträchtigen Phasen der Entwicklung ist der iterative Prozess bei Konstruktionsänderungen und Änderungsaufträgen. Ein PDM-System zeigt die komplette Historie eines Projektes an und verfolgt alle Änderungen und ECOs. Zudem erleichtert es die Implementierung von ECOs, indem Baugruppen, die vom zu ändernden Teil abhängen, schneller lokalisiert werden und alle Daten, die mit der Änderung in Zusammenhang stehen, automatisch aktualisiert werden.

Kommunikation mit Kunden und Zulieferern

Die effiziente Kommunikation mit Kunden und Zulieferern wird durch die globale Ausrichtung der Unternehmen immer wichtiger. PDM-Systeme helfen, diese Prozesse zu optimieren, indem alle am Projekt beteiligten rund um die Uhr online kontrollierten Zugriff auf die Projektdaten haben und so Zeitverschiebungen eliminiert und Prüfungen und Freigaben beschleunigt werden.

Datensicherheit

Die Sicherheit von Konstruktionsdaten muss gewährleistet sein, um das geistige Eigentum zu schützen. Ein PDM-System mit sicherem Login und leicht zu verwaltenden Benutzerrechten ist für den Datenschutz innerhalb des Unternehmens und gegenüber externen Zulieferern, Vertragspartnern und Kunden ist essentiell. Es kann zudem als gespiegeltes externes Backup der zentralen Datenbank fungieren und so Daten bei Notfällen sichern.

Gewährleistung genauer Revisionskontrollen

Wenn die Produktion mit der letzten Revision nicht arbeiten kann, ist dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Das Fazit sind unnötige Kosten und Verspätungen, die die Gewinnspanne und künftige Wettbewerbsfähigkeit verringern können. Mit einem PDM-System lässt sich die Revisionskontrolle verschärfen und sicherstellen, dass ausschließlich die aktuellsten Revisionen verwendet und damit Ausschuss und Nachbearbeitung minimiert werden.

Suchfunktionen

Anstatt sich die Dateinamen eines bestimmten Jobs zu merken, können Anwender ein PDM-System für die Informationssuche nutzen. Durch die Verwendung von beschreibenden Eigenschaften, die jeder Datei zugeordnet sind, lassen sich umgehend die gewünschten Daten finden.

Stücklisten verwalten und Kalkulation und Angebotserstellung verbessern

Die Verwaltung von Änderungen an Stücklisten übernimmt heute das PDM-System, mit dem sich Stücklisten automatisch aktualisieren lassen, sobald Revisionen vorgenommen werden. Da die Einkaufs-, Buchhaltungs- und Planungsabteilung auf die relevante Konstruktionsdaten zugreifen kann, werden die Angebotserstellung und die Aktualisierung von Kostenvoranschlägen durch die angepassten Stücklisten optimiert.

Automatisierte Workflows und Benachrichtigungen

PDM-Systeme sind die Grundlage für eine effektive Konstruktionsdatenverwaltung, mit dem sich Entwicklungsprozesse durch strukturierte automatisierte Workflows optimieren lassen. Jeder Schritt eines Prozesses ist somit steuerbar, von der Konstruktionsprüfung und Kundenfreigabe bis hin zur Validierung und Produktionsfreigabe. Einige PDM-Systeme erstellen sogar automatisch E-Mail-Benachrichtigungen, wenn Mitarbeiter tätig werden sollen, um zum Beispiel eine Freigabe zu erteilen. Auch Standardisierungen und ISO Zertifizierungen lassen sich mittels Workflows einfacher durchführen.



ERP/MRP-Systeme integrieren

Datenmanagement lohnt sich durch die Anbindung an ERP- oder MRP-Systeme über die Konstruktion hinaus. Das spart manuelle Transfers von Informationen und reduziert Fehlerquellen zwischen den verschiedenen Anwendern und Systemen. Einige PDM-Systeme können ein neutrales Dateiformat wie z.B. XML, erstellen, das die Integration von Konstruktionsdaten zwischen diesen Systemen unterstützt und so die zusätzlichen Funktionen des Back-Office optimiert.

Der Nutzen einer PDM-Lösung ist klar erkennbar, selbst wenn die oben genannten Punkte nur die Basisfunktionalitäten eines solchen Systems beschreiben. Vor allem mittelständische Unternehmen, die global agieren oder verschiedene nationale Standorte vernetzen müssen, profitieren von PDM. Die Ergebnisse sind vielfältig und reichen von einer höheren Produktqualität über optimierte Workflows und Kosteneinsparungen, wie etwa der einfachen Administrierbarkeit und den damit verbunden niedrigeren Kosten externer Dienstleister, bis hin zu einer höheren Produktivität. Ein wirksames Mittel gegen die Krise und darüber hinaus.

SolidWorks Enterprise PDM

SolidWorks Enterprise PDM sorgt für die sichere unternehmensweite Nutzung, Verwaltung und Wiederverwendung von allen relevanten Produktdaten. Dabei werden verteilt arbeitende Teams mit Konstrukteuren, Ingenieuren, Vertriebs- und Marketing-Mitarbeitern und anderen an der Produktentwicklung Beteiligten unterstützt. SolidWorks Enterprise PDM ermöglicht die Automatisierung von Workflows, die Rationalisierung von Genehmigungsprozessen, die Sicherstellung der Versionskontrolle und die Sicherung der erzeugten Konstruktionsdaten. Die Software eignet sich insbesondere für Unternehmen, die über mehrere Standorte weltweit verteilt agieren, die von einem automatisierten Arbeitsablauf profitieren möchten oder die erweiterten Microsoft SQL Server Funktionen benötigen.